Und dann war es soweit. Die letzten Tage in Beringen. Dann der Umzug ins Berner Oberland, nach Hünibach. Nach den Sportferien der Wechsel in die 4. Primarklasse im Kanton Bern. Bewusst so gelegt, dass ich die Prüfung für den Übertritt in die Sekundarstufe machen konnte.
An den ersten Schultag im Kanton Bern erinnere ich mich noch sehr genau. Wir wohnten an der Ringstrasse. Das Schulhaus keine 100 Meter entfernt. Zusammen mit Mammi also pünktlich auf Schulbeginn ins Schulhaus. Unsicherheit und Angst als Begleiter. Dann der Bescheid der Lehrerin, dass ich nicht hier zur Schule gehen kann, sondern im Primarschulhaus in Hilterfingen. In etwa 30 Minuten Fussweg. Entsprechend kamen wir zu spät. Der Unterricht hatte bereits begonnen. Ein schüchternes klopfen an der Schulzimmertür. Frau Frutiger öffnete. Meine Mammi erklärte sich. Ein Geraune im Zimmer. Und dann brach es aus mir heraus. Tränen, Schluchzen, Panik. Gemeinsam vom Mammi und der Lehrerinn wurde ich beruhigt. Unsicher, verlegen, beschämt wurde ich ins Schulzimmer geführt, nahm Platz. Dann die grosse Pause. Paar-Tschinggele (ein Fangspiel) war angesagt. Ich fühlte mich wohler. Ich trug einen grünen Pullover, erhielt deswegen und weil ich kaum einfangen liess den Spitznamen "Fröschu". Und Respekt.
Dann die Aufnahmeprüfung für den Übertritt in die Sek. Unter anderem eine Übersetzung vom Berndeutschen ins Hochdeutsche. Dabei der Satz "Mira, hät dä Vater gseit". Ich übersetzte "Mira, sagte der Vater". Für mich ein Name und nicht das Berdeutsche Wort für Meinetwegen, wie mir im Anschluss beschieden wurde. Endlose Tage, in denen ich mir sicher war, die Prüfung wegen dieses Übersetzungsfehlers nicht bestanden zu haben, folgten. Dann endlich der Bescheid - du hast den Übertritt geschaft.
Und so ging es dann nach den Frühlingsferien und dem Umzug nach Oberhofen im Sekundarschulhaus dieses Dorfes weiter. Bis auf einige wenige, darunter Corina Schulthess, wieder neue Gesichter. Und Corina und ich waren die unbestrittenen Leader im Turnunterricht. Wieder Respekt. Und es muss wohl auch Christine Dummermuth aufgefallen sein. Sie, aus Heiligenschwendi, besuchte auch die Sek in Oberhofen. Blonde Haare, meistens zu Zöpfen geflochten, blaue Augen, die wohl oft auf mir geruht haben ohne dass ich es bemerkte. Christine musste nach der Probezeit wieder zurück in die Primarschule in Heiligenschwendi. Sie schaffte den Übertritt in die Sek nicht.
In diesem Jahr traten meine Eltern dem Verein Naturfreunde Hilterfingen bei. Diese betrieben in Aeschieried ein Naturfreundehaus und wir verbrachten oftmals Wochenenden in dieser Hütte.
Ich verblieb in der Sek, wenngleich meine Leistung in Französisch ungenügend waren. Zusammen mit René Balsiger sammelte ich haufenweise Noten zwischen 1 und 3. Die neue Art, eine Sprache ohne Buch nur audiovisuell zu erlernen, behagte mir nicht. Zum Glück war ich in allen anderen Fächern top.
Die Zahl der Neugeborenen betrug 102520. Keine Angaben zum Kaffeepreis und den Einkommen.
Der FC Basel 1893 wurde Schweizer Fussballmeister. Der FC Schaffhausen stieg in die 2. Liga ab. Eine ausserordentliche Generalversammlung beriet darüber, ob der Verein aufgelöst werden sollte. Er wurde es nicht.
Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins starteten zur ersten bemannten Mondlandung. Armstrong und Aldrin waren die ersten Menschen, die den Mond betraten. Collins blieb in der Raumfähre zurück.
Zwischen Russland und China kam es zu einem Grenzkonflikt.
Charles de Gaulle tritt nach der Abstimmungsniederlage beim Referendum zur Senats- und Regionalreform vom Amt des Französischen Staatspräsidenten zurück.
In Washington protestieren 250.000 Menschen gegen den Vietnamkrieg.
Ausbruch des Fussballkrieges zwischen Honduras und El Salvador.
Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz wird eröffnet. Ein Prestigeprojekt der DDR-Staatsführung.
Die legendäre Boeing 747 (Jumbo Jet) fliegt erstmals. Ebenso das Überschallpassagierflugzeug Concorde.
Mit Arpanet wird der Vorläufer des Internet gegründet.
Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR entsteht.
Zwei Bewaffnete dringen in ein Munitionsdepot der Bundeswehr im saarländischen Lebach ein und verüben den aufsehenerregenden Soldatenmord von Lebach. Sie werden später nach einem Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst festgenommen.
In Lucens in der Schweiz ereignet sich nach kurzer Betriebszeit ein folgenschwerer atomarer Zwischenfall, als es nach Problemen mit dem Kühlsystem zu einer partiellen Kernschmelze kam. Der Unfall wird auf der INES-Skala als Ereignis der Stufe 5 klassiert.
Eine venezolanische Douglas DC-8 mit 83 Menschen an Bord stürzt in einen Vorort. 155 Menschen sterben, 100 werden verletzt.
In Banja Luka (Bosnien und Herzegowina) bebt die Erde (Magnitude 6,4). Das Beben fordert 20 Todesopfer. Etwa 64000 Menschen werden obdachlos. Eine große Anzahl an Gebäuden werden beschädigt oder zerstört. Darunter 15 Schulen, das Rathaus und eine Textilfabrik, aus der Chemikalien austreten und das Grundwasser kontaminieren.
Das Woodstock-Festival als Höhepunkt und gleichzeitig Endpunkt der im Mainstream angekommenen Hippiebewegung zieht 400'000 Besucher an. Der auf dem Festival entstandene Oscar-prämierte Film Woodstock gilt als einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme und war mitverantwortlich dafür, dass der Mythos von Woodstock in die Welt transportiert wurde.
Erstausstrahlung der ZDF-Hitparade.
Das „Beatles“-Mitglied John Lennon und die Künstlerin Yoko Ono heiraten in Gibraltar.
Die Wege der Band beginnen sich auch hierdurch langsam zu trennen.